Sammelbilder

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Vom Reklamebilder zum Sprengel Fußballbild

Sammelbilder sind weit mehr als nur bunte Bildchen aus der Warenpackung oder dem Kiosk-Tütchen; sie sind visuelle Chronisten unserer Populärkultur und ein Spiegel des Zeitgeistes. Bevor das Internet Bilder flutartig verfügbar machte, waren diese Sammelwerke für viele Menschen das Fenster zur Welt – ob es um ferne Länder, technische Wunderwerke oder die Helden des Sports ging. Von den frühen lithografierten Reklamebildern des 19. Jahrhunderts bis hin zu den modernen Hochglanz-Stickern dokumentieren sie den Wandel von Ästhetik, Sportgeschichte und Gesellschaft. Sie sind zeitlose Zeitzeugen, die Generationen verbinden – vom eifrigen Tauschen auf dem Schulhof bis hin zur akribischen Vervollständigung historischer Alben.



Ein Beispiel – Reklamemarken der BUGRA 1914

Die Internationale Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik (BUGRA), die 1914 in Leipzig ihre Tore öffnete, markierte einen Kulminationspunkt der deutschen grafischen Industrie. In bewusster Konkurrenz zur Reichshauptstadt Berlin positionierte sich Leipzig als Welthauptstadt des Buches, gestützt durch das 150-jährige Jubiläum der Königlichen Akademie für Graphische Künste und Buchgewerbe. In diesem hochkompetitiven Umfeld avancierte die Reklamemarke zum polyfunktionalen Medium par excellence. Diese zwischen 1880 und 1930 florierenden Ephemera fungierten als „Miniaturplakate“, welche die technologischen Fortschritte der Lithografie nutzten, um eine immense Breitenwirkung zu erzielen.

Die funktionale Transformation dieses Mediums folgte der Logik der „drei P’s“: Promoció, Publicitat, Propaganda. Ursprünglich als reine Ankündigungsmittel für Messen konzipiert, entwickelten sie sich rasch zu Instrumenten der Produktwerbung und schließlich zu Trägern ideologischer Botschaften. Dass diese Entwicklung jäh durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Juli 1914 gebrochen wurde – was zur Schließung der Pavillons der späteren Kriegskontrahenten wie Frankreich und England führte –, verleiht den Marken der BUGRA einen besonderen Status als letzte Zeugnisse einer friedlichen internationalen Leistungsschau.

  • Poster stamps: Dieser Begriff verdeutlicht die direkte Adaption der ästhetischen Prinzipien des modernen Plakatstils – Reduktion, Farbgewalt und typografische Prägnanz – auf das Kleinstformat.
  • Cinderellas: Eine metaphorisch dichte Bezeichnung, welche die Rolle dieser Marken als „Aschenputtel“ der Philatelie beschreibt; sie besitzen keinen postalischen Wert, entfalten jedoch als „blinde Passagiere“ auf der Korrespondenz eine ungeahnte grafische Kraft.

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Innerhalb des weitläufigen Ausstellungsgeländes nahm der Pavillon „Das Haus der Frau“ eine strategische Sonderrolle ein. Unter der architektonischen Leitung von Emilie Winkelmann entstand auf 2.400 m² ein Raum, der sich explizit in die internationale Tradition bedeutender Frauenpavillons einreihte – von Wien (1873) über Philadelphia (1876) und Chicago (1893) bis Paris (1900). Doch während frühere Ausstellungen oft den Fokus auf das „Kunstgewerbe“ oder häusliche Handarbeiten legten, betonte das Haus der Frau in Leipzig die professionelle Integration von Frauen in die moderne Industrie des Druck- und Verlagswesens.

Die Reklamemarken-Serien fungierten hierbei als ikonographisches Archiv weiblicher Professionen. Die zentralen Themenbereiche umfassten:

  • Produktionstechnik: Bucherzeugung, Schriftgießerei und Druckverfahren.
  • Kreativberufe: Grafikdesign, Fotografie und Illustration.
  • Handel und Verwaltung: Buchhandel, Statistik und das Archivwesen.
  • Geisteswissenschaftliche Fundierung: Geschichte, Presse und Musikverlagswesen.

Die Verwendung dieser Marken leistete einen entscheidenden Beitrag zur Sichtbarkeit: Sie transformierten die historisch oft „unsichtbare“ Zuarbeit von Frauen in Familienbetrieben in eine öffentlich anerkannte, qualifizierte Erwerbsarbeit. Indem die Marken spezifische Berufsfelder wie die „Schriftgießerei“ explizit als Teil der „Sondergruppe der Frau“ deklarierten, wurde der Anspruch auf professionelle Ebenbürtigkeit visuell zementiert.

Pionierinnen des Grafikdesigns und ihre Werke

In der Ikonographie der BUGRA steht der heroisch-maskuline „Prometheus“ von Walter Tiemann – das offizielle Emblem der Messe – im spannungsvollen Kontrast zur weiblich-gelehrten „Minerva“, die von den Gestalterinnen des Hauses der Frau bevorzugt wurde. Während Prometheus auf dem Greif das Feuer bringt, verkörpert Minerva die Schirmherrin der Bildung und der Künste. Die namentliche Signatur der Marken durch die Künstlerinnen ist hierbei nicht nur ein Nachweis der Urheberschaft, sondern ein Akt der historischen Selbstbehauptung.

Katalogisierung der gestalterischen Urheberschaft

  • Name der Künstlerin: Elsa Valentina Gallwitz
    • Fachbereich/Hintergrund: Malerin und Grafikerin; 1905 eine der ersten 27 Studentinnen der Leipziger Akademie; Mitglied im Deutschen Werkbund (DWB).
    • Identifizierte Werke: Neunteilige Serie zur „Sondergruppe der Frau“; Darstellung von Frauen in der Buchbinderei, Fotografie und Grafik.
  • Name der Künstlerin: Alice Clarus
    • Fachbereich/Hintergrund: Namhafte Buchillustratorin und Grafikerin; zuständig für die Gestaltung des Fotografie-Raums im Pavillon.
    • Identifizierte Werke: Serie „Die Frau im Buchgewerbe“ mit dem Minerva-Motiv in verschiedenen Pastelltönen (Rosa, Grün, Violett).
  • Name der Künstlerin: Luise Rudolph
    • Fachbereich/Hintergrund: Buchbinderin, Kalligrafin und Lehrerin für Typografie.
    • Identifizierte Werke: Signierte Marken „Statistik“ (handgezeichnete Typografie) und „Presse“ (Vogelfeder-Symbolik).
  • Name der Künstlerin: Adelheid Schimz
    • Fachbereich/Hintergrund: Grafikerin und Exlibris-Spezialistin; Mitglied im Deutschen Werkbund (DWB).
    • Identifizierte Werke: „Musik und? Verlag“ (zwei Putten mit Flöte und Notenblatt); „Reklame“ (Pallas Athene/Minerva mit Nike); „Schreibwesen“.

Technische Evaluation

Die gestalterische Qualität dieser Marken resultiert aus der konsequenten Anwendung der „flächigen Abgrenzung“. Technisch basierten sie auf einer aufwendigen Lithografie mit bis zu sieben Farben (u. a. Ocker, Orange und Rosa). Bemerkenswert ist der vollständige Verzicht auf Rasterungen zugunsten dichter Farbaufträge und einer radikalen Reduktion von Konturlinien. Diese Technik verleiht den Figuren selbst im Miniaturformat eine Monumentalität, die der ikonographischen Bandbreite des modernen Plakatstils in nichts nachsteht.

.Fazit und Referenz

Die Reklamemarken der BUGRA 1914 sind als signifikante kulturhistorische Zeugnisse der frühen feministischen Bewegung innerhalb der Gebrauchsgrafik zu bewerten. Sie dokumentieren den Moment, in dem Frauen als eigenständige Urheberinnen und Akteurinnen der Druckgeschichte aus dem Schatten der Anonymität traten.

Anlässlich des 110. Jubiläums der Ausstellung bleibt es ein dringendes Desiderat der Designgeschichte, die Erforschung dieser Biografien zu vertiefen. Während Akteurinnen wie Adelheid Schimz trotz ihrer DWB-Mitgliedschaft noch weitgehend unerforscht sind, bleiben Identitäten hinter Kürzeln wie „G.D.“ (Urheberin der Marke „Büchereien und Sammelwesen“) gänzlich im Verborgenen. Ein kräftiges Plädoyer gilt daher der weiteren Aufarbeitung dieser Bestände, um die Lücken in der Historie der grafischen Industrie dauerhaft zu schließen.

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Quellennachweis: Autorin: Pau Medrano-Bigas Originalartikel: Feministische Reklamemarken – blog.dnb.de


Nachhaltigkeit & Kreislaufwirtschaft: Werte für Generationen

In einer Zeit der digitalen Schnelllebigkeit setzen wir mit der Annahme von Sammelbild-Spenden ein Zeichen für echte Kreislaufwirtschaft. Ein Sammelbild verliert niemals seine nostalgische und dokumentarische Bedeutung. Indem wir gebrauchte Alben, lose Bilder und Bestände sammeln, sichten und wieder in den Umlauf bringen, verhindern wir, dass dieses wertvolle Kulturgut achtlos im Altpapier landet.



Warum der Erhalt so wichtig ist:

  • Ressourcenschonung: Die Archivierung und Weitergabe vorhandener Bestände ist die nachhaltigste Form des Sammelns. Jede gerettete Kollektion bewahrt die Leidenschaft und die Zeit, die Sammler über Jahre in das Vervollständigen gesteckt haben.
  • Kulturelles Erbe: Sammelbilder sind grafische Dokumente ihrer Epoche. Sie zu erhalten bedeutet, Modetrends, Sportlegenden und grafische Kunststile für die Zukunft zu konservieren.
  • Bildungswert: Das Sammeln fördert die Ausdauer, das Ordnungssystem und vermittelt spielerisch Wissen. Durch Spenden ermöglichen wir es, dass dieses verbindende Hobby für viele Menschen zugänglich bleibt.

Zum Beispiel die Liebig Sammelbilder

DHistorische Reklamemarken und Markenstrategie

1. Kontextualisierung: Die Entstehung des Liebig-Fleischextrakts

Die Genese der Liebig-Sammelbilder ist ein Paradebeispiel für die Transformation einer chemischen Innovation in eine globale Ikone der Markengeschichte. Den Ausgangspunkt bildete das Jahr 1847, als Justus von Liebig ein Verfahren zur Konzentration von Rindfleischauszügen entwickelte. Was als wissenschaftliches Unterfangen zur Verbesserung der Volksernährung begann, erforderte eine beispiellose logistische und visuelle Strategie, um als hochpreisiger Markenartikel weltweit zu rezipieren.

Die ökonomische Basis lag paradoxerweise in einem geografisch fernen Überfluss: In Uruguay wurde Vieh primär für die Leder- und Fellproduktion gezüchtet; das Fleisch blieb als verderbliches Abfallprodukt ungenutzt. Durch Liebigs Konzentrationsverfahren wurde diese organische Masse in ein haltbares, wertdichtes Gut verwandelt, das den Weltmarkt erobern konnte. Bemerkenswert ist hierbei die Diskrepanz zwischen dem wissenschaftlichen Namensgeber und der kommerziellen Realität: Justus von Liebig selbst besaß lediglich 100 Aktien des Unternehmens und fungierte primär als wissenschaftlicher Garant für die Qualitätssicherung, während die Marke ihn finanziell längst überflügelt hatte.

Die Meilensteine der Unternehmensentwicklung verdeutlichen den rasanten Aufstieg:

  • 1862: Gründung der „Fray Bentos Compagnie Giebert“ durch Heinrich Georg Giebert in Antwerpen als Grundstein für die industrielle Nutzung südamerikanischer Ressourcen.
  • 1864: Übergang zur industriellen Großproduktion am Standort Fray Bentos (Uruguay), wodurch die Nutzbarmachung riesiger Fleischreserven erst möglich wurde.
  • 1865: Umfirmierung in die „Liebig’s Extract of Meat Company“ (LEMCO) und Verlagerung des Hauptsitzes nach London zur Steuerung des globalen Imperiums.
  • 1968: Fusion mit Brooke Bond & Company zur „Brooke Bond Liebig Ltd.“, womit zwei Pioniere der Sammelbildkultur verschmolzen.
  • 1984: Übernahme durch Unilever, was die Eingliederung in moderne Konzernstrukturen markierte.

Die Etablierung eines derart teuren Premiumprodukts erforderte eine ästhetische Rechtfertigung, die über die bloße Warenkunde hinausging. Um den hohen Preis gegenüber dem Bürgertum zu legitimieren, suchte man den Anschluss an die visuelle Sprache der damaligen Welthauptstadt der Kunst: Paris.

2. Die Evolution der Liebigbilder: Von der Quittung zum Sammelobjekt

Um 1875 professionalisierte LEMCO seine Markenidentität durch ein eigenes Werbebüro in Paris. Diese Entscheidung war strategisch brillant, da die dortige Expertise in Lithografie und Design den Kärtchen eine Aura von Exklusivität verlieh. Philokartisch betrachtet, sind die Liebigbilder jedoch keine isolierte Erfindung, sondern die Perfektionierung eines bereits existierenden Mediums: der sogenannten „Stuhlbilder“. Diese dienten ab 1874 in Pariser Parks als Quittungen für die Mietgebühr von Sitzgelegenheiten. Liebig adaptierte dieses Kleinformat, wertete es jedoch massiv auf.

Die technische und formale Standardisierung war der Schlüssel zur Begehrlichkeitssteuerung:

  • Format: Verbindliche Festlegung auf ca. 105–110 x 70 mm.
  • Serienstruktur: Übergang von variablen Einzelbildern hin zur „Abgeschlossenheit“ der 6er-Sets (ab ca. 1880), was den psychologischen Drang zur Komplettierung forcierte.
  • Druckverfahren: Konsequente Nutzung der aufwendigen Chromolithografie bis zum Ersten Weltkrieg.
  • Visueller Anker: Die obligatorische Abbildung des weißen Extrakttopfs mit Liebig-Signatur (bis ca. 1930) fungierte als unverkennbares Markensiegel inmitten der wechselnden Bildmotive.

Durch diese formale Strenge verwandelte sich die Beigabe von einer flüchtigen Werbequittung in ein eigenständiges kulturelles Medium, das die Grenze zwischen Reklame und bildungshistorischem Dokument überschritt.

3. Das Phänomen der Sammelleidenschaft: Marketing und Bildungswert

Ab 1890 entwickelte sich das Sammeln zu einer sozialen Praxis, die besonders im städtischen Bürgertum Züge einer „Epidemie“ annahm. Da der Fleischextrakt kostspielig war, fungierten die Bilder als Distinktionsmerkmal. Ein hochdifferenziertes Ökosystem aus spezialisierten Händlern, Zeitschriften und Alben entstand. Seltene Serien wurden mit bis zu 300 Goldmark gehandelt – ein Wert, der weit über dem des eigentlichen Produkts lag und sogar professionelle Fälscher auf den Plan rief.

Der strategische Erfolg lag im enzyklopädischen Anspruch. In einer Ära vor den Massenmedien prägten die insgesamt 1.870 erschienenen Serien das Weltbild ganzer Generationen. Dabei ist die Auswahl der Motive von kulturhistorischer Brisanz: Die Karten fungierten als „Schulbuch-Ersatz“ und vermittelten Wissen über Geografie, Geschichte und Naturkunde. Doch die Macht dieses Mediums lag ebenso sehr im Gezeigten wie im Weggelassenen: Durch die bewusste Selektion und die strategische Neutralität (keine politischen oder konfessionellen Sujets) wurden die Karten zum idealen globalen Werbeträger.

Die kulturelle Tragweite der insgesamt ca. 11.500 Einzelmotive manifestierte sich in folgenden Aspekten:

  • Pädagogischer Einfluss: Die intensive Rezeption der Rückseitentexte formte die Vorstellungen über die Welt außerhalb des eigenen Horizonts.
  • Mehrsprachigkeit: Die Veröffentlichung in bis zu 12 Sprachen unterstrich den Anspruch einer globalen Bildersprache.
  • Regionale Anpassung: Erst spät wurde von der Neutralität abgewichen, etwa bei den ab 1933 spezifisch für Deutschland produzierten Serien.

Das Paradoxon, dass die Werbebeigabe zeitweise begehrter war als das Produkt selbst, beweist die Wirksamkeit dieser frühen Content-Marketing-Strategie.

4. Produktionstechnische Aspekte und das Ende einer Ära

Die visuelle Strahlkraft der Karten war untrennbar mit der handwerklichen Qualität der Chromolithografie verbunden. Die räumliche Verlagerung der Produktion spiegelt die wirtschaftshistorischen Verschiebungen Europas wider: Begann man in Paris, so dominierten ab 1885 deutsche Druckereien, bevor nach 1945 Italien zum Zentrum der Produktion wurde. Mit dem Aufkommen günstigerer Offsetdruckverfahren verlor das Medium jedoch schleichend seinen haptischen und visuellen Premiumcharakter.

Das Ende der regulären Bildausgabe erfolgte sukzessive:

  • Deutschland: 1940 (kriegsbedingte Einstellung)
  • Belgien: 1962
  • Italien: 1975

Interessanterweise erlebt das Medium seit 1998 in Italien eine Renaissance als Nischenprodukt für Sammler. Mit einer Frequenz von 2 bis 3 Serien pro Jahr und modernen Themen wie dem Euro oder olympischen Sportarten wird die Tradition fortgesetzt, wobei das Format leicht auf 105 x 60 mm reduziert wurde.

Statistische Zusammenfassung der Markengeschichte:

  • Gesamtanzahl der Serien: 1.870
  • Gesamtanzahl der Einzelmotive: ca. 11.500
  • Verbreitung: In 12 Sprachen weltweit.
  • Zeitraum der klassischen Ausgabe: ca. 100 Jahre (1875–1975).
  • Aktueller Status: Limitierte Editionen in Italien (seit 1998).

Fazit Die Liebig-Sammelbilder markieren den Übergang von der rein funktionalen Warenkennzeichnung zur modernen Erlebniswelt einer Marke. Sie sind weit mehr als historische Reklame; sie sind ein Spiegel der bürgerlichen Bildungskultur und ein Beleg dafür, wie die Kopplung von Wissenschaft und Ästhetik eine globale Markenloyalität erschaffen konnte, die über ein Jahrhundert Bestand hatte. Als philokartische Kostbarkeiten dokumentieren sie bis heute die Sehnsüchte und das Weltbild einer vergangenen Epoche.escription for this block. Use this space for describing your block. Any text will do. Description for this block. You can use this space for describing your block.


Anstatt ungenutzte Alben auf dem Dachboden verstauben zu lassen, schenkst du deinen Bildern bei uns ein zweites Leben. Wir sorgen dafür, dass Lücken in Alben geschlossen werden und die Freude am Suchen und Finden erhalten bleibt.


Mehr als nur Schokolade: 5 überraschende Wahrheiten über die Welt der historischen Sammelbilder

1. Einleitung: Die vergessene „Wikipedia“ in der Pralinenschachtel

Stellen Sie sich eine Zeit vor, in der Zeitungen grau und Bücher ein Luxusgut waren. In dieser Welt war ein kleiner Beipackzettel aus einer Schokoladenpackung oft der einzige farbige Zugang zum Weltwissen. Was heute wie ein simples Werbegadget wirkt, war um 1900 ein analoges Internet. Diese Sammelbilder boten eine visuelle Brillanz, die alles andere im Alltag überstrahlte. Als Kulturhistoriker fasziniert mich besonders dieser krasse Kontrast: Ein „billiges“ Werbemittel für Genussmittel wie Tabak oder Schokolade wurde zum wichtigsten Bildungsträger einer ganzen Generation. Es war ein haptisches Erlebnis, das Information mit dem Duft von Kakao und dem Stolz des Besitzes verknüpfte – lange bevor Wikipedia nur einen Klick entfernt war.

2. Das Schokoladen-Abo: Wie Stollwerck die Kundenbindung erfand

Die systematische Geburtsstunde dieses Mediums liegt in Köln. Die 1839 von Franz Stollwerck gegründete Fabrik wandelte sich von der handwerklichen Produktion (1845) zum modernen Industrie-Giganten. Ab 1897 legte Stollwerck den Grundstein für das, was wir heute Gamification nennen.

Dahinter steckte eine psychologische Meisterleistung: das Serienprinzip. Durch die Veröffentlichung in thematisch abgeschlossenen Gruppen nutzte Stollwerck den sogenannten Zeigarnik-Effekt – den menschlichen Drang, Unvollendetes abzuschließen. Wer die „Robbe“ besaß, brauchte zwingend den „Fuchs“, um das Set zu komplettieren. Es war die Erfindung der haptischen Kundenbindung. Das Sammelbild war kein dekoratives Extra, sondern ein strategisches Instrument, um Käufer über Jahre an die Marke zu binden.

„Die Sammelbilder der Schokoladenfabrik Stollwerck sind mehr als nur ein Stück Werbegeschichte; sie sind ein bedeutendes Kulturgut, das die Verbindung von Schokolade, Bildung und Kunst auf einzigartige Weise illustriert. Sie zeugen von einer Zeit, in der Schokolade nicht nur ein Genussmittel, sondern auch ein Träger von Wissen und Kultur war.“

3. Bildung für alle – direkt aus dem Kaufladen

Sammelbilder ermöglichten einen Distinktionsgewinn für die breite Masse. Während die Oberschule dem Bürgertum vorbehalten war, lieferte der Kolonialwarenladen Bildung für jedermann. Die Qualität war dabei keineswegs „billig“: Viele Motive wurden von renommierten Künstlern entworfen. Technisch setzte man auf die Lithographie (Steindruck), bei der bis zu 14 Farben in aufwendigen Schichten übereinandergedruckt wurden.

Diese naturgetreuen Darstellungen waren so präzise, dass sie sogar als offizielles Lehrmaterial im Naturkundeunterricht dienten. Das Themenspektrum spiegelte den enormen Wissensdurst des Kaiserreichs wider:

  • Wissenschaft & Technik: Die Faszination für Luftschiffe und neue Entdeckungen.
  • Naturgeschichte: Exotische Flora und Fauna (z. B. Serien zu Schmetterlingen oder Vögeln).
  • Kunstgeschichte: Meisterwerke der Gotik, Renaissance und des Barock.
  • Völkerkunde: Ein oft romantisierter, aber packender „Blick in die Welt hinaus“.

4. Die Giganten der Produktion: 12 Milliarden Bilderschecks

Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm die Zigarettenindustrie das Zepter. Ursprünglich aus den USA durch James Buchanan Duke (American Tobacco) eingeführt, wurde das Sammelbild in Deutschland zum Massenphänomen. Der Marketing-Experte erkennt hier eine radikale Skalierung: Weg vom teuren Steindruck, hin zum effizienten Drei- und Vierfarbdruck.

Die Firma Reemtsma perfektionierte dabei das Scheck-System. Statt der Bilder selbst lagen den Packungen nummerierte Schecks bei. Der Sammler musste diese einsammeln, einsenden und auf die Post mit den eigentlichen Bildern warten. Diese künstliche Verzögerung verlängerte die emotionale Bindung an die Marke massiv. Zudem entkoppelte dieses System das Bildformat von der Schachtelgröße. So entstanden großformatige Prachtbände, die in den Wohnzimmern wie wertvolle Enzyklopädien wirkten. Die Zahlen sind atemberaubend: Allein Reemtsma druckte rund 12 Milliarden Bilderschecks; einzelne Alben erreichten Auflagen von über zwei Millionen Exemplaren.

5. Die dunkle Seite: Vom Werbemittel zum Propagandainstrument

Die Nationalsozialisten erkannten früh die enorme psychologische Reichweite des Mediums. Das Sammelbild erreichte den Bürger in seinem privatesten Moment – beim Rauchen oder Essen. Die Industrie, allen voran der Reemtsma-Konzern, reagierte mit opportunistischer Geschwindigkeit auf die Machtübernahme 1933.

Alben wie „Adolf Hitler“ (2,39 Millionen verkaufte Exemplare) oder „Deutschland erwacht“ wurden zu zentralen Pfeilern der NS-Propaganda. An der Gestaltung wirkten Größen des Regimes mit: Texte stammten von Baldur von Schirach oder NS-Pressechef Otto Dietrich, die Fotos lieferte Hitlers Hausfotograf Heinrich Hoffmann. Auch rassenideologische Werke wie „Die Völker Europas“ der Firma Zuban dienten der Indoktrination. Parallel dazu griff die Zensur hart durch: Alben, die nicht der Ideologie entsprachen oder „unerwünschte“ Inhalte zeigten, wurden rigoros verboten.

6. Das Echo der Geschichte: Revisionismus in der Nachkriegszeit

Ein besonders aufschlussreiches Kapitel für Kulturhistoriker ist die ikonographische Kontinuität nach 1945. In der frühen Bundesrepublik herrschte eine erstaunliche „Unbedarftheit im Umgang mit Bildern“. Während Texte entnazifiziert wurden, hielt man Illustrationen oft für politisch neutral – selbst wenn sie aus Propagandawerken stammten.

Hersteller wie Homann (Margarine) oder der Nudelproduzent „3 Glocken“ druckten Alben teils unverändert nach, die deutliche revisionistische Tendenzen aufwiesen. So wurden Danzig oder Königsberg weiterhin ganz selbstverständlich als „Deutsche Häfen“ dargestellt. Besonders brisant: Das weit verbreitete Album „Deutsche Geschichte“ von Herba (1953) nutzte Bildvorlagen, die direkt aus dem NS-Propagandawerk „Alles für Deutschland“ stammten. Die visuelle Sprache der Diktatur überlebte so in den Kinderzimmern der jungen Demokratie.

7. Fazit: Ein Relikt mit Nachhall

Das Ende des klassischen Sammelbildes kam abrupt. Am 1. Mai 1942 zwang die kriegsbedingte Rohstoffknappheit zur Einstellung der Produktion. Nach einem kurzen Comeback in der Nachkriegszeit setzte die Gesetzgebung den Schlusspunkt: 1955 wurde die Beigabe zu Tabakwaren verboten, und 1957 untersagte der Bundesgerichtshof edukative Sammelbilder als wettbewerbswidrig. Nur noch reine Werbemotive blieben erlaubt.

Heute sind diese Alben weit mehr als nostalgische Dachbodenfunde. Sie sind ein Spiegel der Massenpsychologie und des Bildungsanspruchs vergangener Epochen. Es stellt sich die Frage: Was sind unsere heutigen Äquivalente? Sind es NFTs, digitale Badges oder unsere sorgfältig kuratierten Social-Media-Feeds? Welches dieser flüchtigen Medien wird wohl in 100 Jahren den Historikern verraten, wie wir heute die Welt gesehen haben?



Sammelbild-Geschichte: Von der Beilage zum Kultobjekt

Die Geschichte der Sammelbilder begann im 19. Jahrhundert als geniale Marketingidee. Durch die Beigabe kleiner Bilder zu Produkten wie Schokolade, Liebig-Fleischextrakt oder Zigaretten wurden Kunden zu treuen Sammlern. Was als Werbemittel begann, entwickelte sich schnell zu einem weltweiten Phänomen. Ob die kunstvollen Chromolithografien der Jahrhundertwende, die Fußball-Klassiker der 70er Jahre oder moderne Sammelkartenspiele – Sammelbilder haben sich zu einem echten Weltkulturerbe entwickelt.


Werbemarken – was ist das überhaupt?

Sammelbilder, auch bekannt als Werbemarken, sind kleine illustrierte Karten oder Aufkleber, die als Werbemittel von Unternehmen verwendet wurden, um Produkte zu bewerben und Kund*innen anzulocken.

Sammelobjekte für Jung und Alt

Die Geschichte der Werbemarken geht zurück bis ins 19. Jahrhundert, als Unternehmen begannen, ihre Produkte mit illustrierten Bildern zu bewerben, um die Aufmerksamkeit der Verbraucher*innen zu erregen. Stollwerck war einer der Pioniere auf diesem Gebiet und produzierte eine Vielzahl von Sammelbildern, die in den Packungen ihrer Schokoladenprodukte enthalten waren. Diese Bilder reichten von Tiermotiven über Märchenfiguren bis hin zu berühmten Persönlichkeiten und wurden zu begehrten Sammelobjekten für Kinder und Erwachsene.

Hier und Heute

Heutzutage sind Sammelbilder beliebte Sammlerobjekte und werden auf der ganzen Welt gesammelt. Besonders seltene und teure Sammlerstücke sind oft jene, die aus den Anfängen der Werbemarkenproduktion stammen und gut erhalten sind. Einige dieser seltenen Stücke sind bei Auktionen und Sammlermessen begehrte Objekte.

Fenster in die Vergangenheit der Werbung

Zu den bekanntesten und begehrtesten Sammelbildern gehören oft komplette Sets oder Serien, die von Unternehmen wie Stollwerck herausgegeben wurden. Diese Sets können eine Vielzahl von Themen abdecken und eine breite Palette von Motiven enthalten, von historischen Ereignissen über Sportstars bis hin zu Comicfiguren. Jedes Sammelbild erzählt seine eigene Geschichte und ist ein faszinierendes Fenster in die Vergangenheit der Werbung und des Konsums.



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(AK)